Mittlerweile sage ich eindeutig: JA! Meine Erfahrungen sehen keinen negativen Einfluß der Buckfast-Biene auf die vorhande Population (nur "bunter" wird die Biene). Außerdem erfreute in unserem Gebiet die Landrasse nicht gerade durch Sanftmut. Das veranlaßte mich Mitte der 90er Jahre die Buckfast einmal selber zu testen. Einher ging das ganze mit einer intensiven Lektüre der Bücher von Karl KEHRLE ('Bruder Adam'), um diese Biene genau kennenzulernen. Folgende Punkte überzeugten mich:
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Perfekte Honigstapelung (nach hinten, oben)
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Ideale Brutnestanlage (Brut, Pollen, Futter)
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Sehr geringe Schwarmneigung
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Solide Volksstärke – gesunde Völker – wenig Arbeit
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Hervorragende Überwinterung
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Sehr gute Honigleistung, auch in der Waldtracht
- DAS IMKERN MIT IHR IST EINFACH EINFACHER!
Aber auch einen kleinen Nachteil habe ich festgestellt:
- Etwas höherer Futterverbrauch im Winter (ca. 5 %)
Für mich war das alles trotzdem sehr überzeugend. Räuberei habe ich in keinem erhöhten Maße festgestellt und wenn, dann war ich meist selber schuld. Eine Schwarmkontrolle wird seitdem nicht mehr durchgeführt! Verfliegen ist kein Problem, man bemerkt es halt mit Buckis, wenn man Carnica am Stand hat, weil man es plötzlich sieht. Unter gleichfarbigen Bienen fällt es halt nicht auf! Kommentare von unvoreingenommenen Imkerfreunden durchweg den keineswegs negativen Einfluss der Buckfastpopulation in unserem Tal.
Buckfastbienen und die viel diskutierte Beutenfrage
Selbstverständlich kann man heute Problemlösung durch Teilen, Kippen, Rotieren und Distanzieren betreiben. Das ist nicht mein Ideal. Als "von Haus aus phlegmatischer Typ" ist mir die Problemlösung auf züchterischem Wege lieber. Eine Biene die "alleingelassen" wirtschaftlich arbeitet ist doch für beide Seiten idealer, oder?
Die Betriebsweise in Beuten mit großen Brutwaben und störungsfreier Entfaltungsmöglichkeit für jedes Volk kommt zweifelsfrei der Qualität der Beurteilung der Völker zugute. Die wirklichen Vorteile dieser „Einfachstbetriebsweise", welche sich im wesentlichen an den Bedürfnissen des Volkes orientiert, bestehen in einer enormen Arbeitserleichterung: Nur einen Brutraum überwachen; keine Ablegerkästen, Brutzargen, Zwischenböden etc. schleppen, pro Volk wenige Rähmchen herrichten. Die Kontrollen dauern pro Volk wenige Minuten. Während der Saison gilt die Hauptarbeit der Honigernte. Grundsätzlich kann man Buckfastbienen in allen Beuten und mit allen Betriebsweisen erfolgreich halten, welche dem Einzelvolk eine uneingeschränkte Entwicklungsmöglichkeit ohne allzu große Störungen sicher stellen.
Jeder Imker hat sicherlich seine Vorlieben. Für mich ist in erster Linie die einfache und unkomplizierte Imkerei mit der Bucki ausschlaggebend. Aussagen über exorbitante Erträge, die nur mit der Buckfast möglich sind, muss man immer differenziert sehen. Bei standorttreuer Imkerei ist der Ertrag zwar sicherlich höher, aber man wird nicht "vom Honig zugeschüttet". Wichtig erschient mir aber folgendes: man kann bei der Buckfast mehr Völker halten, weil sie unkomplizierter ist und dadurch einen höheren Ertrag erwirtschaften. Bei Wanderimkerei ist die Buckfast aber absolut überragend!
Mein letzter Satz: Nur wer die Buckfast hat, sollte über sie reden!
