Die Imkerei bietet Raum für allerhand romantische Träume. Die Praxis ist aber weit entfernt von der Vorstellung der Imker würde vor seinen Völkern sitzen und verträumt das Spiel der Bienen an den Fluglöchern beobachten. Das tun wir schon, sehr gerne sogar - wenn Zeit dazu ist.
Häufig mischen sich in diese lieblichen Augenblicke jedoch Missklänge, ja sogar Existenzsorgen.
Wir haben Angst um die Existenz unserer Bienen!
Warum werden Sie sich fragen. Es gibt dafür aber verschiedene Gründe.
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Imker im Chiemgau und Rupertigau stellen vermehrt fest, dass im Sommer die Gefahr besteht, dass uns die Völker ganz einfach verhungern!! Ab Mitte Juli gibt es für die Immen an den meisten Standorten weder Nektar noch Pollen! Eine Fütterung ist unumgänglich! Da zu dieser Zeit die Winterbienen geboren werden, und ihren Fett-Eiweisspanzer für den Winter aufbauen wäre dabei natürliche Nahrung hundertmal besser. Die letzte Rettung sind häufig die Blüten des "Drüsigen Springkraut", einer eingeschleppte Zierpflanze, die aber das einzige Bienenfutter im August darstellt.
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Im Jahr 2008 sind im Passauer Raum und besonders im Rheintal durch Stäube von Pflanzenschutzmitteln im Maisanbau viele Bienenvölker geschädigt worden. Das macht mir wirklich Bauchschmerzen. Auch südlich des Chiemsees wird Mais auf bis zu 40% der landwirtschaftlichen Flächen angebaut. Irgendwann kann ich vielleicht nicht mehr ausweichen ...
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In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass die Grüne Gentechnik für uns Imker keine Alternative zur Anwendung von PSM ist. Gentechnik verändert alle Zellen der Pflanze, also auch den Pollen. Der Pollen stellt die einzige Eiweissquelle für viele Insekten dar. Welche Auswirkungen dieser Pollen hat, kann derzeit nur geahnt werden. Untersuchungen an der Universität Jena sprechen aber von einer erhöhten Empfindlichkeit der Bienen gegenüber Erkrankungen.
Helfen Sie bitte mit, unterstützen Sie die Gemeinden wenn es um das Anlegen von blühenden Wiesen geht. Ein grüner Rasen ist der Tod für Insekten! Legen Sie Inseln mit insektenfreundlichen Pflanzen an (keine Angst, eine sammelnde Biene sticht nicht!). Sprechen Sie mit den Bauern und zeigen Sie Ihre Bedenken (der Bauer ist nicht Schuld an der Misere, er macht es nur so wie es ihm von den Fachberatern geraten wird!). Unterstützen Sie die verschiedenen Umwelt- und Naturschutzverbände.