Unsere Betriebsweise in Kürze

Beuten: Wir arbeiten mittlerweile im kompatiblen System aus Dadant im Brutraum sowie Flachzargen im Honigraum, teilweise mit Dickwaben. Alles aus Holz! Zuvor hatten wir ein regional übliches Mass oder DNM, das war "Spielzeug".  Die Beuten sind mit Farben auf Leinölbasis angestrichen. Die Reinigung von innen wird nur mit Flamme vorgenommen. Ein Brutraum mit zehn Rahmen reicht bei uns aus. Für Winterfutter ist dennoch reichlich Platz, Brutstopp bei Einfütterung etwas früher durch Einschränkung als bei 2-räumigen Völkern (ein aufgefüttertes Dadant-Volk wiegt mit Kasten ca. 35 kg). Wir verwenden Absperrgitter. Der Honigraum kommt drauf wenn die Obstblüte beginnt, und zwar großzügig mit einem ausgebauten Raum und einem mit Mittelwänden. Der Honigraum ist im Flachzargenformat gut "tragbar" (ca. 18kg wenn voll) und nicht so viel Holz im Kasten wie bei Halbrahmen. Wenn der Honigraum zu etwa 60% voll ist, kommt nächster Honigraum drauf. Schwarmkontrolle mache ich nicht. Bei einer Schwarmrate von unter 10% ist es die Arbeit nicht wert. 

Die Arbeit mit dem Trennschied ist einfacher als man denkt. Im Frühjahr kann man sehr einfach die im Herbst nach aussen gerückten dunklen Waben entfernen. Mitte April werden "Pollenbretter" aus dem Volk genommen oder hinters Schied gehängt. Auch alte Waben mit Futterresten können hinters Schied gehängt werden. Sie werden dort bei Bedarf geleert. Jetzt können ein oder zwei Mittelwände/Leerrahmen gegeben werden, je nach Volksstärke. Mehr als acht Rähmchen verbleiben den Volk jedoch meistens nicht. Erst zum Einfüttern wird die Kiste wieder mit zehn Rahmen gefüllt. 

Vermehrt wird hauptsächlich über Ableger, wenig über Kunstschwärme. Den Königinnen wird kein Flügel geschnitten. Drohnenbrut wird dem Volk belassen.

Standorte: Zwischen Reit im Winkl und dem Chiemsee, verteilt auf sieben Plätze, meistens am Waldrand, mit maximal 12 Völkern besetzt. Ein fester Wanderplatz im Oberland bei Miesbach.

Bienenwachs: Im Brutraum können die Bienen viel Naturbau erstellen, d.h. nur zwei, drei Mittelwände (mit kleineren Zellen - 5.1mm) werden vorgegeben, der Rest kann als Naturbau erstellt werden. Im Honigraum werden Mittelwände zu 3/4 vorgegeben (große Zellen). Wir setzen auf einen offenen Wachskreislauf, um nicht Krankheiten oder irgendwelche Rückstände in unsere Bienenvölker oder in den Honig zu bringen. Die Völker haben auch die Möglichkeit Naturwabenbau zu betreiben. Beim Einsatz von Mittelwänden verwenden wir zertifiziertes rückstandsfreies Bienenwachs. 

Königinnen: Die Königinnen werden von uns selber gezogen und die Flügel werden ihnen nicht geschnitten. Wir arbeiten mit Buckfast-Bienen. Die Begattung erfolgt zu über 50% auf der Hochgebirgsbelegstelle Hausberg/Chiemgau.

Bienengesundheit: Es werden ausschließlich rückstandsfreie Mittel eingesetzt. 

Honig:
Unser Honig darf im Bienenstock ausreifen. Es wird lediglich der Überschuss der Völker im Honigraum geerntet. Reserven im Brutraum gehören dem Bien! Bei der späteren Abfüllung wird der Honig nicht über Stocktemperatur erwärmt. Geerntet wird unter zu Hilfenahme von Bienenfluchten, das ist das Schonendste für die Bienen (wenn man ihnen schon den Honig klaut :-) ) !

Meine Erfahrung zur Betriebsweise ist, dass das blinde Nachahmen eines Vorbildes zuviele Gefahren birgt. Die Imkerei arbeitet mit einem Lebewesen das eine ausgeprägte instinktive Weisheit vom Schöpfer bekommen hat. Wie könnte sich der Mensch erdreisten "alles besser zu wissen". Die natürlichen Verhaltensweisen zu nutzen und zu lenken, dass sollte eine Betriebsweise meiner Meinung nach auszeichnen. Noch eine Bitte, machen Sie aus der Betriebsweise keine "Glaubensfrage", sie ist doch eher die Handschrift jedes einzelnen Imkers. Und wer ahmt schon gerne die Handschrift eines anderen nach?

"Der Gerechte sorgt für die Seele seines Haustiers, aber die Erbarmungen der Bösen sind grausam." (Sprüche 12:10)