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Dadant - wie geht das?

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In den letzten Jahren erfreut sich die Dadantbeute immer größerer Beliebtheit bei den Imkern. Nachdem wir in Bayern aber nun Jahrzehnte lang mit Trogbeuten oder zweiräumigen Systemen gearbeitet haben, stellt sich vielen die Frage wie mit dem „neuen“ System umzugehen ist um den bestmöglichen Erfolg zu haben. Andererseits berichten Umsteiger von Problemen z.B. bei der Bauerneuerung oder bei der Ablegerbildung.
 
Trogbeutenimkern wird die Arbeit mit dem obligatorischen Schied nicht fremd erscheinen. Allerdings wird bei Dadant mit einer erheblich geringeren Anzahl von Brutraumrähmchen gearbeitet und im Honigraum mit Flachzargen zur effektiven logischen Trennung des Honigbereiches.
 
Ich möchte hier eine Methode der Völkerführung kurz umreissen, die nach meiner Erfahrung häufig angewendet wird, eine geradlinige Völkerführung ohne Frühjahrs- oder Herbstverstäkung. Sie bezieht sich auf die Dadantbeute mit 10 Rähmchen im Brutraum, also den sog. Kompatiblen Typ. Die Aussenmasse sind nahezu identisch mit denen der Hohenheimer Einfachbeute. Alle Beutenteile sind falzlos. Ein Gitterboden ist mittlerweile obligatorisch.
 
Nehmen wir einmal an, Sie haben im Sommer einen Kunstschwarm in eine neu erstandene Dadantbeute eingeschlagen. Sechs bis sieben Rähmchen mit Mittelwänden sind für einen 2kg Kunstschwarm zunächst ein schönes Zuhause.  Der Futtertrog sorgt für hygienisches Füttern ohne Bienenkontakt. Über ihn wird alle fünf Tage zwei Liter Sirup gereicht. Das Schied bildet immer die Begrenzung des Rähmchenblocks. Bis Ende September hat sich dieses Volk auf mindestens acht Rähmchen ausgedehnt und besitzt damit eine ausrechende Überwinterungsstärke.
 
Der nächste Eingriff erfolgt Ende März. Varroabehandlungen lassen wir mal aussen vor. Hier besteht kein Unterschied zu anderen Systemen. Im März sieht man schon sehr schön ob die Futterreserven noch ausreichen. Zu diesem Zeitpunkt werden evtl. unbesetzte Waben hinter das Schied gehängt. Darin enthalteten Futterreste werden von den Bienen bei Bedarf ausgeräumt. Sind dunkle unbesetzte Waben ohne Futter vorhanden können diese sofort ausgeschieden werden.
 
Zu Beginn der Kirschblüte erfolgt die Erweiterung mit einer oder zwei Mittelwänden. Im Brutraum befinden sich nun etwa sieben Rähmchen, wobei die äußeren Waben Futterwaben sind. Sehr wichtig ist zu diesem Zeitpunkt, dass "Pollenbretter" im Brutraum hinter das Schied gehängt werden! Das mindert den Schwarmtrieb. Keine Angst, Pollen kommt zu dieser Zeit genug von draussen rein. Auch Altwaben mit Futterresten werden hinter das Schied gehängt. Die Waben werden dort nicht bebrütet, aber bei Bedarf ausgeleert. Vorsicht keine Wabe mit Brut hinters Schied bringen, sonst geht die Königin dort auch hin! Die Honigräume werden gleichzeitig über ein Absperrgitter aufgesetzt. Seien Sie großzügig! Ich setze immer gleich zwei Hongräume auf, den ersten mit ausgebauten Waben und einen zweiten mit Mittelwänden. Plötzliche Stosstrachten werden dabei bestens abgefangen ohne den Schwarmtrieb zu fördern. Sollten Sie bei einer Kontrolle Wildbau hinter dem Schied entdecken, waren Sie zu zaghaft mit der Honigraumfreigabe. Es muss umgehend erweitert werden!
 
Nach der Frühtracht kann (!) der Brutraum wiederum mit einer Mittelwand erweitert werden. Mehr als acht Waben brauchen Sie im Brutraum aber nicht zuhaben, wenn sie genügend Honigräume oben drauf haben. Schwache Völker brauchen nicht aufgelöst zu werden. Sie werden mit dem Schied auf vier oder Fünf Waben eingeengt und mit einem Hongiraum geführt. Erfahrungsgemäß kann sogar von diesen Völkern ein Aufsatz Honig geerntet werden. Beizeiten muss jedoch eine Entscheidung über die Zukunft des Volkes getroffen werden.
 
Schwarmkontrollen reduzieren sich in diesem System auf wenige Waben. Zwar ist keine Kippkontrolle möglich, aber ein Ziehen aller Waben ist nicht nötig. Die Kontrolle von zentralen Waben des Brutnests ist ebenso zuverlässig wie die Kippkontrolle. Wird auf den zentralen Waben keine Schwarmzelle gefunden, braucht der Rest ebenfalls nicht kontolliert werden. Imker mit sehr schwarmträgen Bienen kontrollieren nur jede zweite Brutwabe.
 
Schon sind wir wieder im Sommer angelangt. Vor dem Einfüttern werden die dunklen Waben nach aussen gerückt. Die Brutraumwaben „altern“ recht schnell, da auf der geringen Anzahl das gesamte Brutgeschäft abgewickelt wird. Mit dem Einfüttern können zwei bis drei Mittelwände gegeben werden. Die Beute sollte nun auf zehn Waben aufgefüllt werden um die nötigen Wintervorräte aufnehmen zu können.
 
Ablegerbildung kann im Frühjahr ab dem 20. April über Sammelbrutableger geschehen, bei denen jedem Volk eine besetze Brutwabe entnommen wird. Die „Völkervermehrung in vier Schritten“ nach Dr. Liebig ist auch im Dadant eine Arbeit sparende Methode und sehr gut anzuwenden. Wer erst im Sommer vermehren möchte nutzt Kunstschwärme aus dem Bienen der Honigräume.
 
Diese Betriebsweise kann in einer größeren Dadantbeute mit 12 Rahmen ebenso gehandhabt werden. Vorteil ist hierbei der größere Honigraum mit 10 Flachwaben der um 90° gedreht aufgesetzt wird. Dadurch wird eine gleichmäßigere Befüllung erreicht. Das quadratische Format ist zudem sehr praktisch.