Carnica

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Nicht sehr viele Imker in Oberbayern pflegen ihre Bienenbestände durch sachgerechte Zucht. Von den etwa 8000 Imkern in Oberbayern nutzten im Jahr 2005 283 die 27 (!) Carnica-Belegstellen. Das ist schade, denn die Erfolge lassen sich sehen. Die züchterisch bearbeitete Carnica ist wesentlich fruchtbarer, sanftmütiger und schwarmträger als die Landbiene und in ihren allgemeinen Eigenschaften auf einem höheren Niveau.  Mit ihr lassen sich dennoch auch moderne Betriebsweisen nutzen, erfordert jedoch mehrere Eingriffe.

Meine getesteten Carnicas stammten von den Züchtern Günthner (Königswald), Seiler (Scheppacher Forst), Obermeier (Drei Wasser), vom Prüfhof Kringell (Raggert) und der Rosenheimer Züchtergruppe (Wendelstein). Diese Linien konnten sich unterm Strich nicht gegen meine Buckfast behaupten, wobei die Kringeller und Rosenheimer Linie die Besten waren. Sie konnten in Sachen Fruchtbarkeit, Honigleistung und Sanftmut mit meinen Linien unbedingt mithalten, erfordern jedoch mehr Aufmerksamkeit während der Schwarmsaison.  Überraschend war die Unfähigkeit vernünftige Waben in Naturbau zu erstellen, oder kleinzellige Mittelwände auszubauen.

Allgemein wurde bei der Zuchtcarnica eine hohe Homogenität des Zuchtbestandes erreicht, wenn auch gerade in Sachen Schwarmträgheit in den letzten Jahrzehnten kein Fortschritt mehr erreicht werden konnte. Meiner Ansicht nach ist dies der größte Mangel an dieser sonst sehr guten Biene.