Carnica

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Nicht sehr viele Imker in Oberbayern pflegen ihre Bienenbestände durch sachgerechte Zucht. Von den etwa 8000 Imkern in Oberbayern nutzten z.B. im Jahr 2009 nur 235 die 11 (!) Carnica-Belegstellen. Das ist schade, denn die Erfolge können sich sehen lassen. Die züchterisch bearbeitete Carnica ist wesentlich fruchtbarer, sanftmütiger und schwarmträger als die Landbiene und in ihren allgemeinen Eigenschaften auf einem höheren Niveau.  Mit ihr lassen sich moderne Betriebsweisen nutzen, erfordert jedoch mehrere Eingriffe.

Meine getesteten Carnicas stammten von den Züchtern Günthner (Königswald), Seiler (Scheppacher Forst), Obermeier (Drei Wasser), vom Prüfhof Kringell (Raggert) und der Rosenheimer Züchtergruppe (Wendelstein). Diese Linien konnten sich unterm Strich nicht gegen meine Buckfast behaupten, wobei die Kringeller und Rosenheimer Linie die Besten waren. Sie konnten in Sachen Fruchtbarkeit, Honigleistung und Sanftmut mit meinen Linien unbedingt mithalten, erfordern jedoch mehr Aufmerksamkeit während der Schwarmsaison.  Überraschend war die Unfähigkeit vernünftige Waben in Naturbau zu erstellen, oder kleinzellige Mittelwände auszubauen.

Allgemein wurde bei der Zuchtcarnica eine hohe Homogenität des Zuchtbestandes erreicht, wenn auch gerade in Sachen Schwarmträgheit in den letzten Jahrzehnten kein Fortschritt mehr erreicht werden konnte. Meiner Ansicht nach ist dies der größte Mangel an dieser sonst sehr guten Biene.